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Die Schule in Fröbersgrün ist aller Wahrscheinlichkeit nach, ein Ergebnis der Reformation. Bereits im Jahr 1560 ist in den Fröbersgrüner Kirchenbüchern ein Lehrer namentlich angeführt. Es muss somit eine Schule für das Kirchspiel gegeben haben.

 

Der Unterricht fand zunächst in Fröbersgrün, dem Ort des Kirchspiels statt, auch für Bernsgrün und Eubenberg. Für Bernsgrün ist bekannt, dass es um 1680 eine eigene Schule bekam. Die Schule befand sich viele Jahre im Zentrum des Dorfes in unmittelbarer Nähe der Kirche, der sie auch zugeordnet war. Es war eines der wenigen öffentlichen Gebäude. Die Dorfgemeinschaft schuf und nutzte sie und war auch für die Unterhaltung verantwortlich.

 

Die Kirche hatte die Aufsicht über die Schule und der Lehrer unterstand dem Pfarrer. Neben dem Unterricht hatte der Lehrer eine Vielzahl von Aufgaben in der Kirchgemeinde auszuführen. Stellvertretend seien hier nur das tägliche Läuten der Kirchenglocken, die Vorbereitung des Gottesdienstes und das Orgelspielen genannt.

 

Im Unterricht wurde das Lesen und Schreiben gelehrt, die christlichen Gebote und die biblische Geschichte vermittelt und Kirchenlieder für den Gottesdienst gelernt. Die Schule fand lange Zeit nur vom Spätherbst bis in die zeitigen Frühjahrsmonate statt. In der verbliebenen Zeit wurden die Kinder für die Arbeit in der Landwirtschaft wie zum Ernten und zum Viehhüten herangezogen.

 

Die Schullehrer hatten in der Anfangszeit kaum eine Ausbildung. Es genügte oft schon Lesen und Schreiben zu können. Sie hatten eine Schultabelle, eine Art einfaches Klassenbuch zu führen, worin die Schüler, die Versäumnisse und die Bewertung der Leistung festgehalten wurden. Auch der regelmäßige Schulbesuch war ein allgemeines Problem. Oft kamen die Kinder einfach nicht in die Schule, weil sie zu bäuerlichen und häuslichen Arbeiten gebraucht wurden. Bei mehreren Kindern in der Familie wurde gelegentlich nur ein Kind in die Schule geschickt, nicht zuletzt auch um Schulgeld zu sparen.

 

Erstaunlich ist dennoch, wie gewandt die Menschen ihre Probleme dennoch formulieren konnten. Ein Nachweis dafür sind schriftliche Zeugnisse aus dem Bauernaufstand im Greizer Land von 1714/1715. Das Schulwesen wurde in Reuß Obergreiz 1719 erstmalig grundlegend geregelt. In einer „gedruckten Verordnung“ wurden die „Beschaffenheit des Amtes, die Pflicht der Schuldiener, Prediger und Hausväter“ bei der Erziehung der Kinder genauer bestimmt.

 

Auch die allgemeine Schulpflicht ab dem 5. Lebensjahr und der Abschluss der Schule mit der Konfirmation wurden eingeführt. Es ergingen weiter Bestimmungen für die verbesserte Ausbildung der Lehrer und die Erweiterung des Lehrstoffes.

 

Die allgemeine Schulpflicht durchzusetzen, war mit Zwangsgeldern bis zum doppelten Schulgeld möglich. Für ärmere Familien konnte das Schulgeld auf Antrag auch zeitweise erlassen werden. Bei Bedürftigkeit waren unter bestimmten Umständen Schulbücher kostenlos erhältlich. Im Verlauf des 19. Jhd. wurde der Schulbetrieb nach und nach ausgebaut und verbessert. Aus dieser Zeit gibt es vermehrt schriftliche Zeugnisse darüber.

 

Im Jahr 1871 wurde eine Schulgeldkasse eingeführt und ein Schulgeldeinnehmer gewählt. Für die Schulgemeinde Fröbersgrün-Eubenberg wird 1889 ein Schulvorstand gebildet. Mitglieder sind der Lokalschulinspektor Pfarrer Johannes Clemens Budde, der Kirchschullehrer Karl Albin Wiegand, der Gemeindevorsteher von Fröbersgrün Friedrich Bauerfeld, der Rittergutsbesitzer in Fröbersgrün Anton Schultz, der Gemeindevorsteher von Eubenberg Christian Heinrich Michel und der Gutsbesitzer in Eubenberg Christian Limmer.

 

Ab den 80er Jahren des 19. Jhd. reift die Absicht, das marode und für die Instandsetzung unwürdige Schulgebäude durch einen Neubau zu ersetzen. Durch den damaligen Kinderreichtum gab es viele Schulpflichtige. Auf dem Bild von 1902, dem letzten vor der alten Schule, sind 61 Schüler abgebildet. Auf dem Bild von 1906 oder 1907 sind es 66 Schüler. Das sind durchschnittlich fast 8 Schüler je Klassenstufe.

 

Wesentlich vorangebracht wurde der Schulneubau vom Pfarrer Budde. Die örtlich Oberen waren da eher zögerlich, da sie eine übermäßige Verschuldung der Kirchgemeinde befürchteten. So wurde das Vorhaben von diesen nur halbherzig betrieben bzw. bis zuletzt versucht, den Neubau zu verhindern. Letztendlich konnte sich der Pfarrer trotz Schmähungen im Dorf mit Unterstützung der Schulbehörde durchsetzen, so dass der Neubau der Schule an der Straße nach Schönbach errichtet werden konnte. Im Mai 1900 wurden durch die Landesregierung 4 mögliche Bauplätze besichtigt. Die Wahl fiel auf den Bauplatz an dieser Straße.

 

Im Oktober 1900 stimmt der örtliche Schulvorstand mehrheitlich dem Neubau am neuen Standort zu. Bereits im Januar 1901 wurde das Projekt von 20.000 Mark bei der zuständigen Behörde eingereicht, wobei sich die Gemeinde nur im Stande sah, höchstens 18.000 Mark aufzubringen. Im Februar 1901 fand ein letzter Versuch von Seiten der Gemeinde statt, das Projekt deshalb zu stoppen. Das Ersuchen wurde von der Landesregierung abgelehnt.

 

Am 02. November 1901 konnte das Richtfest gefeiert werden. Der Bau schritt trotz Konkurs des Bauunternehmers zügig voran. Am 10. August 1902 wurde das neue Schulgebäude feierlich eingeweiht und in Betrieb genommen.

 

Der erste Kirchschullehrer an der neuen Schule wurde Heinrich Gruner. Er blieb es bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1934.

 

Der Schulunterricht fand zunächst auf Grund der hohen Schüleranzahl in zwei Schichten statt. Am Vormittag die sogenannte „kleine Schule“ der jüngeren Jahrgangsstufen und am Nachmittag die „große Schule“ mit den älteren Jahrgängen.

 

Mit dem Ende des ersten Weltkrieges und des Kaiserreichs ging bei Gründung der „Weimarer Republik“ die Hoheit und Aufsicht über Schule von der Kirche auf das Land über, zunächst den Volksstaat Reuß und dann das Land Thüringen.

 

Der Schulbetrieb wurde grundlegend verbessert, was besonders die unterrichteten Fächer und die Ausstattung mit Lehr- und Unterrichtsmitteln betraf. Das Schulwesen wurde an den veränderten gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen ausgerichtet. Die Lehrerwohnung wird 1911 an das neue Stromnetz angeschlossen. Die Fortbildungsschule für Beschäftigte der Landwirtschaft nach der Konfirmation wird 1913 eingerichtet.

 

1914 wird eine Beleuchtungsanlage in den Klassenraum für die am Abend stattfindende Fortbildungsschule eingebaut. Wegen nicht brauchbarem Brunnenwasser soll an der Schönbacher Straße oberhalb der Bauerngehöfte.

 

1927 nach Trinkwasser geschürft werden. Eine Singer-Nähmaschine wird angeschafft. Der langjährige Lehrer Heinrich Gruner wird 1934 in den Ruhestand verabschiedet. Er erhält ein Gemälde von Paul Söllner. Karl Hartmann wird als Nachfolger eingeführt. Der Unterricht wird durch ihn inhaltlich und methodisch neugestaltet. Eine „Schulreisekasse“ wird eingeführt. Im Klassenraum und in einem Teil der Lehrerwohnung wird 1935 eine Zentralheizung eingebaut. Eine neuzeitliche Bibliothek wird 1939 angeschafft.

 

Mit Beginn des zweiten Weltkriegs treten ersten Einschränkungen ein, weil Lehrer Hartmann zur Wehrmacht einberufen wurde. Der Unterricht wurde teilweise durch Lehrer aus Arnsgrün gehalten. Mit dem Ende des Krieges und der Aufnahme vieler zwangsumgesiedelter Menschen aus Schlesien, Ostpreußen und Sudetenland stieg die Schülerzahl stark an. Es waren zeitweise mehrere Lehrer an der Schule.

 

1950 wird ein zweiter Klassenraum im Obergeschoss eingerichtet. Auf einem Foto aus diesem Jahr sind 34 Schüler abgebildet. Kinder, Jugendliche und Lehrer aus Fröbersgrün reisen zu den Weltfestspielen der Jugend 1951 nach Berlin.

 

Ab 1951 gehen die 7. und 8. Klasse in die Schule ins benachbarte Syrau. Die dortige Schule wird nach und nach erweitert und zur 10-klassigen Polytechnischen Oberschule ausgebaut. Mit dem Wechsel von Fröbersgrün zum Landkreis Plauen 1953 verstärkt sich dieser Trend weiter. So gehen von 1954 die Schüler ab der 5. Klasse, von 1960 ab der 4. Klasse, von 1961 ab der 3.Klasse nach Syrau. Der Schulbusverkehr zur und von der Schule in Syrau wird eingerichtet.

 

Im Schuljahr 1958/59 werden in der Fröbersgrüner Schule 26 Schüler in 4 Klassen unterrichtet, je zwei Klassen in einem Schulzimmer.

 

In der Fröbersgrüner Schule findet von 1961 bis 1968 nur noch der Unterricht für die Klasse 1 und 2 statt. Letzter Lehrer in Fröbersgrün ist Hans Stöcker. Mit dem Ende des Schuljahres 1968 wird der Schulbetrieb in Fröbersgrün eingestellt. Der Umbau des ehemaligen Schulgebäudes zum Kindergarten und zur Gemeindeverwaltung wird danach vollzogen.

 

Die Auflösung der Gemeindeverwaltung und die Schließung des Kindergartens erfolgt 1993. Die Räume des ehemaligen Kindergartens werden in einen Gemeinschaftsraum für örtliche Veranstaltungen umgestaltet.

 

Das ehemalige Schulgebäude wird 2007 von der Gemeinde Syrau an private Hand verkauft. Die Geschichte der Schule und des Gebäudes in öffentlicher Hand enden damit endgültig. Bis 1995 besuchten die Schulpflichtigen bis zur 10. Klasse die Schule in Syrau. Danach änderte sich die Schullandschaft ständig.

 

Zunächst wurde die große Syrauer Schule zur Grundschule gemacht und die Schule in Mehltheuer zusammen mit der Schule in Mühltroff zu einer vereinten Mittelschule umgewandelt. Anschließend kam die Mittelschule nach Pausa und die Grundschule des Schulverbands wurde in Mehltheuer eingerichtet.

 

Die Grundschule in Syrau wurde in diesem Zuge aufgelöst. Seither findet auch im großen Syrauer Schulgebäude kein Schulbetrieb mehr statt. Lediglich der Hort belegt mangels anderer Möglichkeiten einen kleinen Teil davon. Heute gehen die Fröbersgrüner in die Grundschule nach Mehltheuer und zur Mittelschule nach Pausa sofern sie keine andere Schule wählten.

 

Die Schulorganisation unter dem Gesichtspunkt der Finanzoptimierung bringt lange tägliche Ausbleibezeiten, kostspieligen Transfer mit Schulbussen und verringert die Freizeit für die Schüler.

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