Kirchenansicht

 

Im Zuge der Besiedlung unserer Gegend ist im 13. Jhd. wohl auch die Kirche entstanden, deren romanischer Ursprung noch heute erkennbar ist.

 

In der urkundlichen ersten Erwähnung von Fröbersgrün im Jahre 1366 wird Fröbersgrün als Sitz eines Kaplans genannt, der dem Pfarrer in Elsterberg zu besonderem Gehorsam verpflichtet ist. Somit muß es in Fröbersgrün eine Kapelle oder Kirche schon vor 1366 gegeben haben.

 

Nach einer hinterlassenen Nachricht von Pfarrer Budde aus dem Jahre 1910, soll die Kirche Fröbersgrün nach einer Urkunde im Pfarrarchiv Neuendorf bei Schleiz: „Anno 1475 vom Papst Sixto Quarto fundiret Peter und Paul genennt und dem Stift Naumburg unterwürfig sein.“

 

Beide Weiheapostel sind als Holzfiguren in der Apsis aufgestellt. Der halbkreisförmige Chor ist eine romanische Apsis mit Halbkuppel und mit Rundbogen nach dem Langhaus hin. Ein Fenster an der Ostseite der Apsis ist noch klein, rundbogig, erhalten. An der Nordseite befindet sich im Innern ein Sacramentschrein. Das Langhaus in seiner heutigen Größe stammt aus dem Ende des 17. Jhd.

 

Die Kirche hat ihr Äußeres, aber auch ihre innere Gestaltung im Laufe der Jahrhunderte mehrfach verändert. Wie die Kirchenbücher berichten, hat man „1625 durch Zimmermann Machollten aus Greiz und Simon Weichgollten, damals Altarmann in Fröbersgrün, einen gewissen Anfang gemacht“ Etwa 65 Jahre später, um das Jahr 1690, kam es zu einem größeren Umbau. Dabei wurde das Langhaus etwa um die Hälfte nach Westen verlängert und die unteren Emporen eingebaut. So begnügte sich die Kirchgemeinde bis zum Jahre 1802.

 

Pfarrer Rode, der von 1796 bis 1813 als Pfarrer in Fröbersgrün tätig war, fand schon bei seiner Antrittspredigt: „Die hiesige Kirche, besonders was ihr inneres betraf, ist in einem sehr elenden Zustand. Sie war aus dem grauen Alterthum, daher sehr dunkel, alles wincklich uns sauerlich (feucht). Mir stand sie daher bei meiner Probe gar nicht an, und schon damals beschloß ich, zu seiner Zeit einen Vorschlag zu machen, die Gemeinde zu einem Kirchenbau zu bewegen.“

 

Im Jahre 1802 war es dann soweit. Mit Hilfe der ganzen Gemeinde begann man im Frühjahr mit den Umbauarbeiten, und schon zum Kirchweihfest des gleichen Jahres konnte die Kirche nach ihrer Umgestaltung wieder genutzt werden.

 

Der Umbau umfasste:

  • Verschließen der Apsis zum Langhaus durch eine profilierte Holzwand mit Glasfenstern und Kanzelaustritt in der Mitte des Rundbogens, vor dem die Kanzel, die sich bisher an der Südwand des Langhauses befand, angebracht wurde

  • Chorstände, die sich in der Apsis befanden, wurden seitlich vor dem Altar angebracht

  • Errichten der zwei oberen Emporen

  • Aufstellen einer neuen Orgel

 

Die letztgenannte Orgel wurde im Jahre 1905 durch eine neue mit 11 Registern aus der Orgelbauerwerkstatt Emil Müller in Werdau ersetzt.

 

Durch die sehr zweckmäßigen Umbauten und Veränderungen ist im Inneren der Kirche durch mehr Licht, Ordnung und Bequemlichkeit eine geschmackvollere, wenn auch sehr schlichte, Auszierung geschaffen worden.

 

Als Kleinod ist noch das Gemälde unseres Vogtlandmalers Paul Söllner (1877-1947) anzusehen, das seit etwa 1913 den Altar ziert. Auf ihm ist dargestellt, wie Jesus durch ein wogendes Kornfeld um Fröbersgrün wandert, zur Rechten einen Knaben, während ein kleines Mädchen, Blumen pflückend, vorauseilt.

 

Der Bauer Johann Gottlieb Weigold, der keine Kinder und Erben hatte, entschloss sich 1823 aus eige- nen finanziellen Mitteln, den kleinen und baufälligen Dachreiter abzutragen und einen neuen aufzubauen. Mit Bewilligung der hohen Kirchenbehörde zu Greiz führte er sein Vorhaben im Jahre 1824 mit einem Kostenaufwand von mehr als 400 Talern aus und es entstand ein achteckiger Dachreiter mit Schweifkuppel und einer aufgesetzten offenen Laterne mit Zwiebel.

 

Den ersten Nachweis einer Turmuhr finden wir in den Kirchenbüchern 1632. Hier ist vermerkt, dass Heinrich II. Reuß, die ausgediente Uhr am Herrensitz in Greiz-Dölau auf Bitten des Fröbersgrüner Pfarrers Jacobus Geißler der Kirche hier zum Einbau überlassen hat.

 

In der Kirchengalerie der Fürstlichen Reußischen Länder von 1843 schreibt Pfarrer Ludwig Rein, dass die damalige Turmuhr 1711 vom Grafen Heinrich II. der hiesigen Gemeinde zum Geschenk gemacht wurde und zu deren Aufstellung er der Gemeinde noch vier Meißner Gulden vermachte. Diese Uhr stammte vom Jagdschloss des Grafen in Weißendorf bei Zeulenroda und hatte nur ein Zifferblatt, das nach Süden im Turm eingebaut war.

 

Etwa in den Jahren zwischen 1920 und 1930 muß die heutige Turmuhr mit ihren 3 Zifferblättern eingebaut worden sein. Diese sind im Turm auch höher angebracht, als das Einzige vorher. Heute betritt der Besucher die Kirche durch einen Vorbau an der Südwand, der etwa Mitte des 19. Jhd. errichtet wurde. Bis zu diesem Zeitpunkt befand sich der Eingang in der Westwand und wurde dann in ein Fenster umgewandelt.

 

Nach der Wiedervereinigung begann auch mit finanzieller Hilfe der Kirchpatengemeinde Kochersteinsfeld / Baden-Württemberg, die schon seit Jahrzehnten dringend erforderliche Innensanierung der Kirche sowie die äußere Instandsetzung, um das Bauwerk vor dem drohenden Verfall zu schützen. Auch die Einwohner von Fröbersgrün haben sich mit Geldspenden an der Sanierung beteiligt.

 

Bei der gelungenen Innenerneuerung wurden im Rund der Apsis mittelalterliche Malereien entdeckt und freigelegt. Durch die Beseitigung des Kanzelaltars vor der Apsis, hat die schlichte Kirche eine eigene Farbigkeit und ihren besonderen Blickpunkt erhalten. Mit der Restaurierung der Orgel im Jahre 2006, der Instandsetzung des Vorbaus und der Außenfassade sind die Arbeiten zur Erhaltung unserer Kirche vorerst abgeschlossen.

 

Es sei angemerkt, dass das Geläut der Kirche auch noch zwei Glocken aus dem 15. und 16. Jhd. hat.

 


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