Vor 1366

Fröbersgrün wird vermutlich unter den Herrn von Lobdeburg zu Elsterberg von fränkischen Siedlern neu angelegt.

 

1366

Am 16. März ist Fröbersgrün in einer Urkunde zur Einrichtung eines Altars auf dem neuen Schloß in Elsterberg erstmalig erwähnt.

 

1394

Nach dem Erlöschen der Linie von Lobdeburg zu Elsterberg erscheint Fröbersgrün erstmals schriftlich bei den Herren von Reuß (Vögte) in Greiz.

 

1449

Die Herrschaft Greiz teilt sich. Fröbersgrün kommt zunächst zur Herrschaft Hinterschloß, später zu Obergreiz.

 

1475

Die Fröbersgrüner Kirche wird St. Peter und Paul geweiht.

 

Um 1490

Aus dieser Zeit stammt die kleine Glocke der Kirche. Die große Glocke ist nur wenig jünger.

 

1525

Erstmalige Erwähnung eines kleinen Rittergutes im Ort. Es bestehen eine Amts- und eine Rittergutsgemeinde mit jeweils eigener Gerichtsbarkeit.

 

Um 1527

Die Reformation ist eingeführt. Der Elsterberger Pfarrer beklagt sich über das Festhalten an der althergebrachten Form der Abendmahlsfeier in Fröbersgrün.

 

1540

Bernsgrün kommt vom Kirchspiel Syrau zur Kirche Fröbersgrün.

 

1549

Heinrich der IV., Burggraf von Meißen, wird Landesherr.

 

1555

Die Pfarrstelle Fröbersgrün wird letztmalig von Elsterberg besetzt. Seit 1394 fallen Landeshoheit Reuß-Greiz und Kirchenzugehörigkeit Elsterberg ausein- ander, woraus sich öfters Zwistigkeiten ergeben.

 

1560

Anläßlich einer Visitation erscheint erstmals eine Schule in Fröbersgrün.

Bis 1680 schult auch Bernsgrün nach Fröbersgrün und bis in die 50er Jahre des 20. Jhd. auch Eubenberg nach Fröbersgrün ein.

 

1564

Bei einer erneuten Teilung der Herrschaft Reuß, kommt Fröbersgrün zur „mittleren Linie Reuß“ (Dölau). Nach deren Erlöschen zur „älteren Linie Reuß“ (Obergreiz)

 

1627

Auf Grund von Beschwerden wegen schlechter Verpflegung, werden im Ort einquartierte kaiserliche Truppen (Wallenstein) im Dreißigjährigen Krieg erwähnt.

 

Nach 1630

Fröbersgrün wird im Dreißigjährigen Krieg stark in Mitleidenschaft gezogen.

Die Bevölkerung lebt zeitweise in den Wäldern.

In dieser Zeit kommen auch die Kirchenbücher abhanden, die später vom Pfarrer mühsam aus dem Gedächtnis wieder erstellt werden.

 

1693

Im Juli gibt es eine große Wasserflut. Nach 24 Stunden mit starken Regenfall schwellen die Bäche so stark an, dass es Brücken und Stege wegspült.

Am 31.Juli kommt ein starker Sturmwind, der die Dächer der Wohnhäuser und der Kirche abdeckt. Bäume in den Gärten, Feldern und in den Wäldern werden in großer Anzahl umgebrochen und entwurzelt. Auch das auf den Feldern stehende Getreide wird vernichtet.

Am 16. August fallen in einer großen Wolke von Plauen und Syrau herkommend, Heuschrecken die Fröbersgrüner Fluren ein. Sie haben die Felder und Wiesen auf dem Rittergut und Pfarrgut handhoch bedeckt und innerhalb von drei Stunden Grummet in der Menge von 20 Fudern gefressen.

 

1714/15

Wegen unberechtigter Steuererhebung (Reisesteuer) der Reußen zu Greiz, beschweren sich Fröbersgrüner und umliegende Gemeinden vor dem Appelationsgerichtshof in Prag.

 

1756

Ein starker Hagelschlag vernichtet am 3. Pfingstfeiertag fast die gesamte Ernte. die Bauern bitten die Greizer Herrschaft um Erlass von Steuern und Abgaben.

 

1802

Die Kirche wird im klassizistischen Stil renoviert, wobei die beiden oberen Emporen eingebaut werden, ein Kanzelaltar vor die Apsis gesetzt und die vorhandene alte Orgel durch eine neue ersetzt wird.

 

1823

Die Kirche erhält ihren heutigen Kirchturm, den der kinderlose Bauer Johann Gottlieb Weigold stiftet.

 

1871

Eine Friedenslinde wird gegenüber der Kirche, im Denkmalgelände, gepflanzt.

 

1873

Die Rittergutsgemeinde geht in die Amtsgemeinde ein. Diese wird somit um das Rittergut, Postplatz 3 und 4, dessen 9 Häusleranwesen, Postplatz 1, 2, und 5 und der Ortsstraße 8, 11, 12, 13, und 14 erweitert.

Ein Häusleranwesen wurde bereits um 1911 auf dem Postplatz abgerissen.

 

Um 1900

Im Zuge des Aufschwungs der Stickerei im Vogtland, wird auch in Fröbersgrün Lohnstickerei betrieben. Es kommt deshalb im Ort zu mehreren An- bzw. Neu- bauten.

 

1902

Das neue Schulgebäude (heute Wohnhaus) an der Schönbacher Straße 2 wird errichtet.

 

1910

Fröbersgrün ist eine der ersten Gemeinden, die bei den Städtischen Elektrizitätswerken Plauen den Antrag auf Anschluss an das Stromnetz stellt.

Das Städtische Elektrizitätswerk Plauen zeigt am 18. Oktober dem Landratsamt Greiz die Fertigstellung des Ortsnetzes zur Stromversorgung der Ortschaft Fröbersgrün an und bittet um Genehmigung zur Inbetriebnahme. Diese wird am 21. Dezember erteilt.

 

1910/11

Der Vogtlandmaler Paul Söllner (1877 – 1947) zieht von Plauen aus gesundheitlichen Gründen und auf Empfehlung seiner Ärzte auf das Land zur Familie seiner Schwester nach Fröbersgrün. Hier gibt es auch einen reichen Fundus an vogtländischen Trachten. Er errichtet 1911 mit seinem Schwager ein Wohnhaus (Ortsstraße 25) mit Atelier, in dem er bis zu seinem Tode lebt und wirkt.

 

1914 – 1918

Im Ersten Weltkrieg sterben 12 Fröbersgrüner an den Fronten. Viele weitere werden schwer verletzt und versehrt.

 

1918 - 1920

Nach dem Abdanken der Monarchie kommt Fröbersgrün zum Volksstaat Reuß, der 1920 im Land Thüringen aufgeht.

 

1925

Erstmals Planung einer zentralen Wasserversorgung für Fröbersgrün durch Ing. Hetzheim , Greiz. Das Quellgebiet soll am Frotschauer Bach, kurz vor der sächsischen Grenze (unterhalb der Quellfassung Mehltheuer), erschlossen werden.

 

Um 1930

In Fröbersgrün besteht ein reges Vereinsleben. Es seien genannt:

Männergesangverein, gegr. 1859, Militärverein, gegr. 1885, Pfeifenklub, gegr. 1899, Turnverein, gegr. 1907, Handwerks-Gesellenverein, gegr. 1923, Freiwillige Feuerwehr, gegr. 1924.

 

1941

Im Februar erteilt Bürgermeister Limmer den Auftrag zur Planung einer zentralen Wasserversorgung für Fröbersgrün an Dipl. Ing. Herzner, Falkenstein.

Als Quellgebiet sind die Zuflüsse des Rumpelbaches vorgesehen. Der Kostenvoranschlag beläuft sich auf 105.000 RM.

Das Vorhaben soll mit 50 % aus dem Reichslandeskulturfonds gefördert werden. Die Bauausführung ist für 1942 geplant.

 

1945

Am 16. April rückt die US-Armee in Fröbersgrün ein. Dabei werden zwei Scheunen in Brand geschossen.

Die amerikanischen Truppen ziehen am 30. Juni 1945 wieder ab.

 

1945

Während des Zweiten Weltkriegs kommen 27 Fröbersgrüner Einwohner ums Leben.

 

1945

Die Rote Armee wird am 1. Juli 1945 neue Besatzungsmacht und besetzt Fröbergrün. Sie richtet sich in dem von seinem Besitzer Dürr verlassenen Gutshof (Am Eichberg 2/3, 4 und 5) die Kommandantur ein. Im September 1945 übergibt die russische Kriegskommandantur Greiz den Hof, ohne alles Vieh und Saatgut, der Gemeinde.

Auf Befehl der Kommandantur ist der Grund und Boden als Bodenreformland umgehend unter landlose Bauern und Neusiedler aufzuteilen. Der geschlossene moderne Vierseitenhof wird baulich aufgerissen und in drei Neubauerngehöfte geteilt.

 

1945/46

Die Besatzer nehmen Verhaftungen und Einweisungen in Speziallager vor.

Unter Wehrwolfverdacht stehende 2 Jugendliche aus Fröbersgrün werden mit weiteren 5 aus den umliegenden Dörfern verhaftet und in Greiz von der russischen Militärjustiz zum Tode verurteilt. Sie werden im Juni 1946 in einem Waldstück bei Neuärgernis zwischen 24 Uhr und 1 Uhr erschossen und an Ort und Stelle verscharrt. Weitere 8 verhaftete Jugendliche werden zu langjährigen Freiheitsstrafen verurteilt. Die Rehabilitation aller 15 Jugendlicher erfolgt erst 1994 durch die Militärstaatsanwaltschaft der Russischen Föderation.

 

1946 – 1948

Weitere zwei Bauerngüter und eine Gastwirtschaft werden wegen langjähriger Zugehörigkeit ihrer Besitzer zur NSDAP enteignet und das Land ebenfalls der Bodenreform zugeführt. Eine andere Gastwirtschaft wird teilenteignet.

In Fröbersgrün entstehen in dieser Zeit zwei Neubauerngehöfte und vier Neubauern werden durch bauliche Aufteilung in den enteigneten Gütern untergebracht.

 

1947

Paul Söllner verstirbt in Fröbersgrün und wird auf dem hiesigen Friedhof beigesetzt.

Ein schlichtes Holzkreuz schmückt das heute noch bestehende und vom Heimatverein gepflegte Grab.

 

1949

Am 3. Juni beschließt die Gemeindevertretung Fröbersgrün, dass enteignete „Gasthaus zur Sonne“ mit all seinen Flächen in das Gemeindeeigentum zu übernehmen.

Unmittelbar darauf stellt die „Jugendheim GmbH“ Erfurt den Antrag auf Übernahme des gesamten Objektes.

Einstimmig stimmt die Gemeindevertretung am 19. Juni dem zu.

 

1950

Einrichten eines Erntekindergartens im ehemaligen „Gasthof zur Sonne“.

 

1952/53

Bei der Auflösung der Länder in der ehemaligen DDR kommt Fröbersgrün zum neu geschaffenen Kreis Zeulenroda des Bezirkes Gera.

Auf nachhaltiges Betreiben der Einwohner, wechselt die Gemeinde zum 01.01.1953 in den Landkreis Plauen und damit auch in den neuen Bezirk Chemnitz, später Karl-Marx-Stadt.

Kirchlich gehört der Ort weiterhin zur Evang.-Luther. Landeskirche Thüringen.

 

1953

Eine Konsumverkaufsstelle wird im Mai im ehemaligen „Gasthaus zur Post“ eröffnet. Die ersten Verkäuferinnen sind Elly Arnold und Irmgard Dressel.

 

1955

An den Freileitungsmasten der Energieversorgung wird eine Dorfbeleuchtung mit einem Kostenaufwand von 4.000 Mark angebracht und in Betrieb genommen.

 

1956

Ein Kinderspielplatz wird eingerichtet.

 

1956

Im September wird eine Schulbuslinie für die Klassen 5-8 nach Syrau eingeführt. Der Bus verkehrt nur zu Schulbeginn. Nach Schulschluss müssen die Schüler den Heimweg zu Fuß antreten.

 

1958

Am 28. Mai werden die Lebensmittelkarten abgeschafft.

 

1958 - 1960

Auf staatlichen Druck werden in Fröbersgrün 2 Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften (LPG) gegründet.

 

1958

Ein schwerer Hagelschlag am 18. Juni vernichtet 50 % der Ernte.

 

1958

In den Abendstunden des 1. August wird Fröbersgrün von einem starken Gewittersturm heimgesucht. Es kommt zu Gebäude- und Baumschäden.

Die Feldscheune des Bauerngutes Tröger stürzt ein. Auch die am Pfarrteich stehende über 400 Jahre alte Weide, wird arg beschädigt.

Andere Laub- und Obstgehölze werden abgebrochen oder entwurzelt.

 

1962

Fröbersgrün wird zum Schutzgebiet gegen die ausgebrochene Maul- und Klauenseuche erklärt.

Im Ort selbst gibt es keine Erkrankung an der Tierseuche.

 

1964 – 1970

Auf Initiative der Fröbergrüner Einwohner wird die Schaffung einer zentralen Trinkwasserversorgung gegen anfängliche Verschleppung staatlicherseits, betrieben.

Sie führt dazu, dass alle Wohnhäuser zentral mit Trinkwasser aus dem eigenen Quellgebiet am Rumpelbach versorgt werden. 3 öffentliche Brunnen mit hölzernen Handpumpen können aufgegeben werden.

Damit ist die Grundlage für Modernisierung der Haushalte und die Verbesserung der Wohnqualität geschaffen. Allein im Jahr 1968 erbringen die Einwohner für den Wasserleitungsbau folgende Leistungen: 2.500 m Rohrgraben ausschachten, 2.000 m TW Rohre verlegen, 1.000 m Rohrgraben verfüllen.

 

1965

Eine elektrisch betriebene Mangel für die Ortseinwohner wird in einem Nebengebäude der Jugendherberge eingerichtet.

 

1968

Mit Ende des Schuljahres im Sommer, wird in der Schule Fröbersgrün der Lehrbetrieb eingestellt.

 

1971

Die Kreisstraße durch den Ort wird grundhaft ausgebaut und erhält erstmals eine Teerdecke.

 

1974

Der Dorfbach wird auf Initiative der Gemeinde, unter tatkräftiger Mithilfe der Einwohner, teilweise verrohrt.

 

1975

Die meisten örtlichen Straßen werden mit einer Schwarzdecke befestigt.

 

1979

Die Gemeinde baut in Eigeninitiative mit tatkräftigen Einsatz der Mitglieder der Freiwillige Feuerwehr und weiterer Einwohner, ein eigenes Feuerwehrhaus.

Es wird am 7. Oktober seiner Bestimmung übergeben.

 

1989

Am 8. Dezember treten auf Grund der politischen Entwicklung Gemeinderat und Bürgermeisterin von ihren Funktionen zurück.

Von insgesamt 18 Gemeindevertretern legen 7 ihr Mandat nieder.

 

1990

Nach dem Ländereinführungsgesetz der letzten Volkskammer der ehemaligen DDR, verbleibt Fröbersgrün beim Landkreis Plauen und wird Teil des Landes Sachsen.

 

1992

Die Jugendherberge wird Umweltstudienplatz.

Ein Naturlehrpfad auf Fröbersgrüner Flur wird eingerichtet.

 

1992/93

Erstmals wird die Ortsverbindungsstraße nach Frotschau grundhaft ausgebaut und asphaltiert.

 

1994

Am 1. Januar gibt Fröbersgrün freiwillig seine Selbstständigkeit auf und wird Ortsteil der Gemeinde Syrau.

 

1995

Die Ortsverbindungsstraße Richtung Schönbach/Steinsdorf wird grundhaft ausgebaut und asphaltiert.

 

2001

Auf Beschluss der Gemeindevertretung Syrau übernimmt der Zweckverband Wasser/Abwasser Vogtland (ZWAV) den von der Gemeinde Fröbersgrün und ihren Bürgern ehemals selbsterrichteten, teilverrohrten Dorfbach. Er wird sofort als Mischwasserkanal eingestuft, um nach Satzungsrecht 4 Jahre rückwirkend (bis 1997) von den in diesen Kanal einleitenden Anschlussnehmern die Teilanschlussgebühr für Abwasser erheben zu können.

 

2003 – 2014

In Eigeninitiative betreibt die Einwohnerschaft von Fröbersgrün gegen Widerstand und Desinteresse von Gemeinde, Landratsamt Vogtlandkreis und Zweckverband Wasser/Abwasser Vogtland die Schaffung einer zentralen Abwasserentsorgungsanlage für den Ort Fröbersgrün.

 

2004

Nach 55 Jahren wird die Jugendherberge geschlossen.

Das gesamte Objekt wird danach später vom Landratsamt Vogtlandkreis an Privat verkauft.

 

2005

Das Feuerwehrhaus wird erneuert und um den Anbau des Bürgerhauses mit Sanitäranlegen erweitert.

 

2011

Fröbersgrün wird am 1. Januar Teil der neuen Gemeinde Rosenbach/Vogtl. durch Zusammenschluss der ehemals selbstständigen Gemeinden Syrau, Leubnitz und Mehltheuer.

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