Die erste Erwähnung von Fröbersgrün finden wir in einer Urkunde von Hermann von Lobdeburg dem Älteren zu Elsterberg. Diese Urkunde befindet sich als eine Kopie aus dem 15. Jhd. im HStA Dresden, Loc.7437 das Ius patronatus betr.Vol. II Bl. 4.

 

Ersterwähnung

 

Übersetzung des Textes der lateinischen Original

Urkunde von Hermann von Lobdeburg, Herrn zu Elsterberg, dem Älteren Mit Bestätigung durch Bischof Gerhard von Naumburg, 1366 März 16; desgl. durch dessen Nachfolger, Bischof Witigo von Naumburg, 1370 Januar 2.

 

Im Namen des Herrn, Amen. Menschliche Handlungen pflegen vergänglich zu sein; damit sie in Kraft bleiben, müssen sie durch den Nachweis von Urkunden und glaubwürdigen Zeugen dauerhaft gemacht werden. Aus diesem Grunde anerkennen wir Hermann von Lobdeburg, älterer Herr in Elsterberg („Hermannus de Lobdeburg, senior dominus in Elsterberg"), und bekennen hierdurch öffentlich, dass wir mit gutem Willen, nach reiflicher Überlegung und mit Rat unserer Freunde und Vasallen, zu unserem, unserer Gattin, Erben und Nachkommen Seelenheil, zum Lob des allmächtigen Gottes und zur Ehre der Gottesmutter für immerwährende Zeit einen Altar in dem neuen Schlosse („novo castro") Elsterberg eingerichtet und ausgestattet haben. Für besagten Altar haben wir die nachfolgend beschriebenen Zinsen und Abgaben gegeben, geschenkt. eingebracht und übereignet: Nämlich im Dorfe Tremnitz („Trebenitz") jährlich eine Mark von zwei Höfen, deren einen „Titctz, der Heymichen son". den anderen „Heinricus Titzen sone" besitzt; sie zinsen jährlich eine Mark. Ebenso in Kleingera (, Goren") fünf Ferto und ein Lot vom Hofe „Hofman" und vom Hofe "Arnoltl“. Ebenso in Brockau („Broca") eine halbe Mark und zwei Schnitter vom Hofe „Goldan". Ebenso in Limbach (, Linpach") wiederum einen halben Ferto vom Hofe „Reschen". Ebenso in Christgrün (, Cristansgrune") drei Ferto vom Hofe „Milener“ und von einem Hause dort ein Lot. Ferner in Nosswitz (, Nosswitzcz") vom Hofe „Frintzil" drei Scheffel Weizen. Ebenso vom Hofe "Haynsperg" einen Scheffel. Ebenso vom Hofe „Merglen" drei Scheffel, vom Hofe ,MergkiIs sone" zwei Scheffel. Ebenso der , Frintzil" einen Scheffel. Ebenso der „"Newgebuer“ wiederum einen halben Scheffel. Ebenso aus dem Dorfe Kleingera („Goren") vom Hofe „Truteler" sechs Scheffel, der „Hertil" zwei Scheffel, der „Misthofe" zwei Scheffel, der „Golden" zwei Scheffel und der „Voitzberger“ zwei Scheffel.

 

Die vorgenannten Zinsen und Abgaben wie die nachfolgend beschriebenen Ertrage haben wir dem vorgenannten Altar gegeben, geschenkt, eingebracht, übereignet und einverleibt; und wir geben, schenken, bringen sie hierdurch ein, einverleiben und übergeben sie zu ewigem Eigentum. Wir versprechen, dass wir den Altar und seine vorgenannten Güter ohne Gefährde verteidigen wollen, und fügen hinzu, dass der Wohnsitz des Inhabers des vorgenannten Altars frei und ausgenommen von aller Belastung, Recht und Gewohnheit der Bürger in Elsterberg sein soll, und dass der Inhaber des vorgenannten Altars seinen letzten Willen in Leben und Tod festlegen soll und kann, ohne wie auch immer geartete Widersprüche. Wenn derselbe aber ohne Testament versterben würde, sollen seine Hinterlassenschaften zum Nutzen des obengenannten Altars verwandt werden. Ferner haben wir angeordnet, wollen auch und ordnen hierdurch an, dass der Mutterkirche in Elsterberg von seiten dieses Altars wie dessen Inhabers ganz und gar nicht Abbruch getan werden soll. Wir wollen vielmehr Nutzen, Autorität, Würde und Rechtsstellung dieser Mutterkirche in Elsterberg mehren, fördern und bekräftigen. In dieser Absicht bezeugen wir — was von unseren Vorfahren seligen Gedächtnisses als ein beständiger Anspruch an uns zur Kenntnis gelangt und deshalb zu unseren Zeiten ebenfalls durchaus beachtet worden ist, wovon Gegenteiliges auch nicht bekannt ist — nämlich dass der Pfarrer der Kirche in Elsterberg den Kaplänen seiner Kapellen die Seelsorge und den Altardienst (= ihr Amt) offensichtlich kraft der Autorität und Würde seiner Kirche nach alter Observanz zu übertragen hatte. Diese seine nachstehend verzeichneten Kapläne, nämlich in Syrau („Siren"), in Limbach („Linpach"), in Dobia („Dobiat"), in Fröbersgrün („Fröberssgrun"), in Ruppertsgrün („Rupperssgrun") und in Pöllwitz („Pedilwitz") sollen gehalten sein, dem Pfarrer in Elsterberg zu gehorchen und zu folgen in Geistlichkeit und Frömmigkeit als ihrem Vorgesetzten und ihrem wahren Patron. Nicht weniger schuldet der Inhaber des oftgenannten Altars dem ehrwürdigen Pfarrer in Elsterberg Achtung und Gehorsam in Geistlichkeit, genau so wie dessen andere obengenannte Kapläne.

 

Und damit diese unsere Schenkung, Einverleibung, Anordnung, Einbringung, Bezeugung und Zustimmung gültig und unverletzt bleiben und sich ewig unverfälscht erhalten möge, haben wir die dazu angefertigte Urkunde mit der Befestigung unseres Siegels bekräftigen lassen. Und wir Gerhard, Bischof von Naumburg („Gerhardus, episcopus Numbergensis") genehmigen, loben, billigen und bestätigen hiermit im Namen Gottes die durch den vorerwähnten Herrn Hermann von Lobdeburg („dominum Hermannum de Lobdeburg") vorgenommene Schenkung, Einverleibung, Einbringung, Anordnung, Bezeugung und Zustimmung in bezug auf die vorgenannten Güter und Zinsen, die für den vorgenannten Altar beziehungsweise die Parochialkirche („parrochialem ecclesiam") in Elsterberg bestimmt sind. Zum Zeugnis dessen wurde unser Siegel dem Vorliegenden angehängt. Geschehen und gegeben im 1366sten Jahre des Herrn, am Montag nach dem Sonntag, an dem Laetare gesungen wird. Zeugen dessen sind die ehrwürdigen und vornehmen Herren: Herr „Erckinbertus de Stargkenberg", Kanonikus der Kirche in Naumburg; „Fridericus de Kussewitz", Pfarrer in Zwickau („Czwigkaw"); „Nicolaus Frissner“, Pfarrer in Mylau („Milen"); der gestrenge („strenuus") „Veckil de Lichtensteyn", „Conradus de Netzschkaw" und mehrere andere Glaubwürdige. Und wir Witigo von Gottes Gnaden Bischof von Naumburg („Wigko dei gratia episcopus Numburgensis"; folgt fehlende Stelle, vermutlich im Sinne von: haben zur Kenntnis genommen) alles Vorstehende wie auch die aufgeschriebenen Zeugen. Wir loben, genehmigen, billigen und bestätigen hiermit im Namen Gottes die Bestätigung unseres ehrwürdigen Bruders in Christo, Herrn Gerhards, unseres Vorgängers, und alles Obengeschriebene wie vorausgeschickt. Zum Zeichen der Bestätigung wurde unser Siegel angehängt. Geschehen ist dies im 1370sten Jahre des Herrn, am Tag nach der Beschneidung des Herrn, in Anwesenheit der ehrbaren und vornehmen Herren Herrn Heinrichs des Schulmeisters („domino Henrico scolastico"); Heinrichs von Halle („Henrico de Hallis"), Kustos der Kirche in Zeitz („ecclesiae Cycensis"); Johanns, Pfarrer in Lessnitz; Heinrichs und Peters, unserer Notare, und mehrerer anderer Glaubwürdiger.

 

Überlieferung:

Abschrift aus dem 15. Jhd. im Sächsischen Hauptstaatsarchiv Dresden, Loc. 7437 Vol. II, Bl. 487. - Druck des lateinischen Textes in: P. R. Beierlein, Geschichte der Stadt und Burg Elsterberg. Bd. 1: Urkundenbuch. Elsterberg 1928, S. 59-62

 

Übersetzunq:

Gerhard Schmid, 2007.

 

Anm. zu den Maßen und Gewichten:

Für Scheffel gab es sehr unterschiedliche Abmessungen; im vorliegenden Fall ist möglicherweise ein Maß entsprechend dem Dresdner Scheffel gemeint, der etwa 104 Liter umfasste. — Mark war im Mittelalter eine Gewichtseinheit. Eine Mark Silber entsprach je nach Zeit und Ort in der Regel zwischen 230 und 240 Gramm Silber. Die Unterteilung der Mark erfolgte in 4 Vierding (Ferto) zu je 4 Lot.

Diese Webseite verwendet Cookies, um bestimmte Funktionen zu ermöglichen und das Angebot zu verbessern. Indem Sie hier fortfahren, stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu.