Erstmals tritt das Gebiet um Fröbersgrün im Jahre 1122 in das Licht der Geschichte. Der Anlass ist die Weiheurkunde der Johanniskirche zu Plauen durch Bischof Dietrich den I. von Naumburg. Bei der Grenzbeschreibung des neu gebildeten Pfarrsprengels Dobnagau, wurde der Triebitzbach, der die Fröbersgrüner Fluren durchschneidet, als Grenze erwähnt.

 

Die ersten Siedler im Vogtland waren Slawen. Sie siedelten vor allem in den offenen Landschaften um Plauen und Oelsnitz. Bei der planmäßigen Besiedlung durch die Deutschen wurden nun auch Gebiete erschlossen, die einen hohen Waldanteil hatten. Die schon besseren Bodenbearbeitungsgeräte, wie das eiserne Pflugschar, machten es möglich. Die Endungen von Ortsnamen auf „–grün“ oder „- reuth“ geben einen weiteren Hinweis darauf, dass die Urbarmachung durch Rodung erfolgte. Eine letzte größere Rodung auf Fröbersgrüner Flur fand zu Beginn bis Mitte des 19. Jhd. statt. Dabei wurden von den Waldflächen, die sich rechts in Richtung Schönbach zwischen dem Kreuzweg und dem Rumpelbach befanden, ca. 30% in Feld und Wiese umgewandelt. Der Kreuzweg ist auch die Wasserscheide zwischen Rumpel- und Triebitzbach.

 

Von der heute etwa 360 ha großen landwirtschaftlichen Nutzfläche von Fröbersgrün sind 30% somit erst im 19. Jhd. urbar gemacht worden. Wohl auch aus dem Grunde, weil mit Beginn der Industrialisierung in jener Zeit ein starker Bevölkerungszuwachs in den Städten stattfand und somit auch der Bedarf an Nahrungsmitteln anstieg.

 

Die Siedler, die Fröbersgrün anlegten, kamen vermutlich aus dem main-fränkischen Raum. Die musterhaft ausgebildete 528 ha große Waldhufenflur von Fröbersgrün deutet darauf hin, dass mit der Ortsgründung auch alle Siedlungsparzellen (Hufen) besiedelt wurden. Die Hufe ist die Ausgangsform von Hof. Eine fränkische Großhufe ist etwa 24 ha groß. Zur Ortsgründung wurden etwa 20 Höfe (Hufen) angelegt. Bestätigt wird dies auch in einer Aufstellung der Oberherrschaft Greiz von 1566, in der für Fröbersgrün 18 Höfe aufgeführt werden zu denen noch das Rittergut und das Pfarrgut hinzukommen. Im Flurregister für Fröbersgrün vom Jahre 1808 ist diese Fluraufteilung amtlich dokumentiert. Diese Einteilung hat sich bis 1945 so erhalten.

 

Im Zuge der Bodenreform wurden danach 3 Bauernhöfe enteignet und 8 Neubauernhöfe neu eingerichtet sowie ein landloser Bauer mit landwirtschaftlicher Nutzfläche bedacht. Es kam dabei zur ersten größeren Flurveränderung in Fröbersgrün. Durch das Umbrechen von Wegen und Feldrainen Mitte bis Ende des 20. Jhd. ist die klare Gliederung der Flur so nicht mehr auf Anhieb zu erkennen. Durch Erbteilung und Landverkäufe in der jüngsten Vergangenheit haben sich nochmals Flurveränderungen ergeben. In den letzten 70 Jahren hat sich die Flurstruktur von Fröbersgrün schneller verändert, als in mehreren Jahrhunderten von der Besiedlung beginnend bis 1945.

 


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